Die Suche nach der perfekten Tofubohne

Die Suche nach der perfekten Tofubohne

Mit der bevorstehenden Ernte im September wird es wieder spannend: Die Soja-Kreuzungen, die im Rahmen unserer Sortenentwicklung angebaut wurden, werden geerntet. Hat eine davon das Zeug zur Tofu-Sojabohne?

Jede Menge Eiweiß soll sie haben, möglichst viel Tofu hervorbringen und außerdem Kälte aushalten können – von der perfekten Sojabohne wird viel verlangt. Seit 2011 arbeitet Taifun gemeinsam mit der Landessaatzuchtanstalt der Uni Hohenheim an der Entwicklung der ersten eigenen Taifun-Sojabohne.

Soja für kalte Regionen
Oberstes Ziel: Die Sorte soll auch mit kühleren Bedingungen klarkommen, wie sie etwa in Norddeutschland vorherrschen. „Eine Voraussetzung ist, dass die Pflanze rechtzeitig reif wird“, weiß Martin Miersch, der bei Taifun das Landwirtschaftliche Zentrum für Sojaanbau und Entwicklung (LZ Soja) leitet. Nur so entkommt sie dem früheren und nasseren Herbst. Bisher wachsen Taifun-Sojabohnen nur im wärmeverwöhnten Süden Deutschlands, in Frankreich und Österreich. Doch die Nachfrage nach unseren Produkten steigt und damit unser Bedarf an Tofu-Bohnen.

Soja-Kreuzungen im Tofu-Test
Tausende von Kreuzungsnachkommen haben die Wissenschaftler aus Hohenheim bereits erzeugt, immer wieder welche aussortiert, andere parzellenweise angebaut und geprüft – auf Eigenschaften wie Standfestigkeit, Gesundheit und Ertrag. Die besten der so genannten Genotypen werden schließlich in Feldversuchen in ganz Deutschland herangezogen und die Bohnen dann in unserer Miniaturtofurei zu Test-Tofu verarbeitet. „Der wird anschließend von unseren Kollegen probiert und beurteilt“, erklärt Kristina Bachteler, die die Sortenentwicklung betreut. Ob eine Bohne sich für Tofu eignet, hängt vor allem davon ab, wie fest der Tofu ist, wie er sich im Mund anfühlt und ob er neutral schmeckt oder zum Beispiel eine bittere Note aufweist.

Erste eigene Taifun-Sojasorte wartet auf Zulassung
Im Januar war es das erste Mal soweit: Eine vielversprechende Tofu-Sojabohne war gefunden und konnte beim Bundessortenamt zur Prüfung angemeldet werden. Hier wird sie nun nochmals getestet. „In zwei Jahren wissen wir dann, ob es geklappt hat!“, erzählt Martin zuversichtlich. In der Zwischenzeit gehen die Versuche weiter. Martin und sein Team vom LZ Soja sind gespannt, ob bei der nächsten Ernte wieder ein Glücksgriff dabei ist.

Weitere Infos beim deutschen Sojaförderring.

LC/01.09.2015