Unternehmensgeschichte

Unternehmensgeschichte

Vom Kellerkind zum Wirbelwind

Was in den 80er Jahren in einer Freiburger Küche mit einem Sack voll Sojabohnen und der Tofu-Leidenschaft einer kleinen Gruppe begann, hat immer mehr Menschen begeistert und mit auf seinen Weg genommen. Eine wesentliche Erfahrung in diesem Werden und Wachsen: Die Leidenschaft, Sorgfalt und Energie, die wir in unseren Tofu stecken, gibt er um ein Vielfaches zurück. Und so bahnt sich Taifun seinen Weg…

Vier Kilo frischer Tofu für den Markt
1985 gründet Klaus Kempff die Firma Life Food, als Aufzucht für Sprossen und Keimlinge. Die Idee, Tofu herzustellen, bringt er aus den USA mit. Der erste Tofu entsteht mit einfachen Gerätschaften und von Hand in angemieteten Kellerräumen – vier Kilo pro Woche, die lose und frisch auf dem Freiburger Münstermarkt verkauft werden. Als er ein Jahr später Wolfgang Heck kennenlernt, auf den der Funke sofort überspringt, experimentieren, tüfteln und feilen sie mit einer Handvoll Tofu-Begeisterter weiter an der Herstellung und bauen neue Produktionsflächen aus.

Anfang 1987 entscheidet man sich, in der neu eröffneten Markthalle Tofuprodukte zu vertreiben. Wolfgang Heck gründet die Firma Taifun und übernimmt die Verantwortung für die Markthalle und den vegetarischen Partyservice. Von der „Mutterfirma“ Life Food erhält Taifun täglich den frischen Tofu zur Weiterverarbeitung. Nach und nach wird das Angebot um die ersten vakuumverpackten Tofuprodukte erweitert. Damit wird eine Belieferung über größere Distanzen möglich und Taifun-Tofu kann in den Naturkostfachhandel eingeführt werden – denn „bio“ war er von Anfang an. Die wöchentliche Produktion wächst auf 500 Kilogramm an und es werden neue Produktionsräume im Industriegebiet Freiburg-Nord bezogen.

Der Weg in die Professionalität
Im Jahr 1990 werden Life Food und Taifun zu einer GmbH zusammengeschlossen und wir beginnen, uns professioneller auszurichten. Der Markenname „Taifun“ wird zur gestaltenden Kraft. Unsere Produkte entwickeln sich auf dem Markt so rasant wie ein Wirbelwind und das erfordert zahlreiche Neustrukturierungen, Investitionen, mehr Mitarbeiter und eine größere Gewerbefläche.

Doch wir finden 1995 ideale Räumlichkeiten im Industriegebiet Freiburg-Hochdorf und um weitere Kapazitäten zu schaffen, erstellen wir einen „Technik-Tower“ für die Energieversorgung. Was uns besonders freut: Wir können erstmals einen Ausbildungsplatz im kaufmännischen Bereich anbieten.

Im Jahr 1997 initiiert Heck den heimischen Bio-Sojaanbau mit Landwirten aus der Region und wir werden als erstes Freiburger Unternehmen Öko-Audit zertifiziert. Die Life Food GmbH etabliert sich zum führenden Markenhersteller für Bio-Tofu in Deutschland und liefert erstmals ins europäische Ausland. Ende 1999 zählt das Unternehmen über 35 Mitarbeiter, die wöchentliche Tofu-Produktion liegt inzwischen bei 12 Tonnen.



Die ersten Rekordernten in der Region
Die BSE-Krise, gefolgt von anderen Lebensmittelskandalen, erhöhen ebenso wie das wachsende Interesse an einer bewussten Ernährungsweise deutlich die Nachfrage nach Bio-Produkten. Wir erweitern unser Sortiment und mit rund 300 Hektar Bio-Sojaanbau am Oberrhein füllen wir unsere Aussage „Transparenz vom Anbau bis zum Endprodukt“ mit Leben. 2005 bringt der heimische Sojaanbau mit 600 Tonnen eine erneute Rekordernte. Ergänzt wird die Soja-Versorgung durch ein Fair Trade-Projekt mit brasilianischen Demeter-Bauern.

Taifun und Tukan
Immer mehr werden die Taifun-Produkte nun auch von den konventionellen Händlern angefragt und teilweise landet Taifun-Tofu ohne unser Wissen im Lebensmitteleinzelhandel (LEH). Um hier eine saubere Trennung zu ermöglichen, gründen wir 2004 die Marke Tukan vegan (später Tukan bio&vegan), welche im konventionellen Bereich verkauft wird.

Mehrfach werden wir für unsere Produkte und Leistungen ausgezeichnet, 2005 zum Beispiel mit dem „Innovationspreis Bio-Lebensmittel-Verarbeitung“ in der Kategorie Mittelstand. Mit der Einführung eines Umweltmanagementsystems der Norm ISO 14000 gewinnt die Qualitätsausrichtung in unserer Arbeit noch stärker an Bedeutung. Und das Unternehmen wächst weiter: 2005 hat Life Food 90 Mitarbeiter.

Ein Thema, dem wir uns besonders widmen, ist die Gentechnikfreiheit. Es liegt uns am Herzen, ein natürliches und intaktes Umfeld an nachfolgende Generationen zu übergeben und so gehen wir mit der Kampagne „Taifun gegen Gentechnik“ in die Öffentlichkeit. 2009 erfolgt die Auszeichnung als „Biomarke des Jahres“ sowie die Prämierung mit dem goldenen DLG-Preis für vier unserer Produkte.

Im Jahr 2011 wird unsere einzigartige umweltfreundliche Kälteanlage fertiggestellt. Zudem beteiligen wir uns an einem Forschungsprojekt, das die Entwicklung neuer Bio-Sojasorten anstrebt, um den Anbau ökologischer Soja deutschlandweit zu ermöglichen. Wir testen die Sorten auf deren Tofu-Eignung. Zudem decken wir mit der Ernte aus unserem Soja-Vertragsanbau erstmals 75 Prozent unseres Bedarfs.

Zukunftssicherheit und Wandlungsfähigkeit
Neben dem Taifun-Gründer und langjährigen Geschäftsführer Wolfgang Heck wird Alfons Graf 2011 zum Geschäftsführer. Gleichzeitig wächst die Belegschaft auf über 160 Mitarbeiter und wir bilden neun Auszubildende in vier Berufen aus.



Mit dem neu eröffneten „Taifun-Technikum“ schaffen wir den optimalen Rahmen für die Arbeit der neuen Bereiche „Forschung und Entwicklung“ und „Landwirtschaftliches Zentrum für Sojaanbau und Entwicklung“. Der Kauf eines Nachbargrundstücks eröffnet neuen Spielraum für die Entwicklungen der kommenden Jahre und festigt den Produktionsstandort von Life Food/Taifun in Freiburg. Wir führen ein Qualitätsmanagementsystem ein: Ende 2014 findet die erfolgreiche Zertifizierung nach der Norm ISO 9001 statt.

2014 ist auch das Jahr bedeutender Veränderungen bei Life Food: Taifun-Mitbegründer Wolfgang Heck gründet die Heck-Unternehmensstiftung und bringt sämtliche Geschäftsanteile darin ein. Heck übernimmt von nun an die Funktion des „Stifters“. Als seine Nachfolgerin beruft er zum 01. Oktober 2015 die langjährige Mitarbeiterin Elisabeth Huber in die Geschäftsführung. Gemeinsam mit Alfons Graf bildet sie von nun an die Führungsspitze.

Neuem Wachstum den Weg ebnen
Eineinhalb Jahre nach dem Spatenstich sind Ende 2015 die Bauarbeiten für unsere neue Produktionshalle weitestgehend abgeschlossen. Der Erweiterungsbau stellt die größte Investition in der Firmengeschichte dar und verschafft uns weitere Kapazitäten für die Tofuproduktion. Eine unserer Herzensangelegenheiten bleibt der Bio-Sojaanbau: Im Rahmen des 2016 gestarteten Forschungsprojekts "1000 Gärten - Das Soja-Experiment" bauen rund 2000 Hobbygärtner im ganzen Land Testkreuzungen für uns an. Ziel ist es, Tofu-Sojasorten zu entwickeln, die im ganzen Land gedeihen.

Schon jetzt können wir stolz sein auf unser Soja-Engagement: 2017 beziehen wir erstmals 100 Prozent unserer Bohnen aus Europa, nämlich Deutschland, Österreich und Frankreich! Wir stellen rund 100 Tonnen Tofu pro Woche her, monatlich verlassen fast 2 Millionen Päckchen verschiedener Tofu-Spezialitäten das Firmengelände, die in 14 europäische Länder exportiert werden. Inzwischen zählen wir rund 240 feste Mitarbeiter und blicken weiter gespannt in die Zukunft.

LC/07.06.2017